1. Herren: Zoff in Wettbergen!

Am vergangenen Sonntag gastierte unsere erste Herren bei der TuS Wettbergen, die favorisiert als Tabellenvierter ins Spiel gingen. An deren Seitenlinie stand mit Rainer Behrends ein erfahrener Trainer, der in seinen besten Tagen vor über 20 Jahren sowohl die Sportfreunde Ricklingen als auch den SV Arminia Hannover in die Regionalliga führte. Es folgte 2010 ein Engagement beim HSC, mit denen er in die Oberliga aufstieg, ehe er seit 2017 an der Seitenlinie der Blau-Gelben seine Anweisungen gibt. Letzte Saison wurde man mit sechs Zählern Rückstand Tabellendritter der Kreisliga.

Sein Gegenüber, Jan Bornschein, konnte am Sonntag auf einen vollen Kader zurückgreifen und ungeachtet der Tabellensituation war die Devise, mutig nach vorne zu spielen und die Chancen zu nutzen. Das Vorhaben geriet jedoch nach fünf Minuten ins Hintertreffen, als der Unparteiische Thorsten Strang einen strittigen Handelfmeter für die Gastgeber gab. Johann Ehrentraut trat an und ließ Tom Lutter im Tor des TSV Wennigsen keine Chance – 1:0 (5.).

Davon ließen sich die Rot-Weißen jedoch nicht entmutigen. In Person von Björn Fischer hatte man über die halblinke Seite DIE Chance zum Ausgleich, besagter Fischer konnte aber Wettbergens Schlussmann Tobias Krukemeyer nicht überwinden. Generell blieb festzuhalten, dass die Gäste aus Wennigsen mutig nach vorne agierten und Wettbergen früh anliefen um sie zu Fehlern zu zwingen. Auch wenn dies nicht immer funktionierte, so konnte man den Favoriten zu hektischen Bolzeinlagen zwingen, die von der eigenen Defensive nüchtern geklärt wurden oder wo eigener Ballbesitz heraus resultierte. Nach gut 22 Minuten sollten dann zehn Minuten folgen, in denen der Unparteiische mitsamt seinen Assistenten zum Hauptprotagonisten wurde.

Auf die einzelnen Kartensituationen wollen wir gar nicht näher eingehen, doch war in dem Zeitraum festzustellen, dass Wennigsens Spieler keinen Laut tätigen durften, ohne mit der gelben Karte bestraft zu werden. Vergleichbare Äußerungen Wettbergens hingegen wurden toleriert, ebenso die Schauspieleinlagen bei normalen, robust geführten Zweikämpfen, wo man im Nachgang das Gefühl hatte, der Gegenspieler müsse stationär behandelt werden. Eine glatte Fehlentscheidung tätigte das Schiedsrichtergespann dann in der 24. Spielminute, als Freddy Ast ziemlich robust einen Wettberger Spieler vor der Strafraumgrenze mitsamt des Balles aus dem Weg räumte. Dafür aber dann die rote karte zu zeigen – eine bodenlose Unverschämtheit. Weder war er letzter Mann, noch war dies ein rustikales Foul, zumal Ast den Ball spielte. Diese Entscheidung sorgte auf dem Platz für Emotionen, die sich in den folgenden Minuten hochschaukeln sollten.

So bekam Daniel Fetköther, der für den verletzten Julian Wegner (Verdacht auf Muskelfaserriss) eingewechselt wurde, innerhalb von sechs Minuten die Ampelkarte zu Gesicht. Die erste Verwarnung gab es für eine Diskussion nach einer strittigen Entscheidung, die zweite für eine Provokation Wettbergens auf Eingreifen des Linienrichters fernab vom Spielgeschehen. Dass Wettbergens Spieler im gesamten zeitraum trotz mehrfacher Diskussionen nicht einmal verwarnt wurden, zeigt die Inkonsequenz von Spielleiter Thorsten Strang. Sehr gerne hätte ich den Sport in den Fokus gerückt, aber es mangelte schlichtweg an Torszenen im ersten Abschnitt. Von einem erfahrenen Trainer wie Behrends hätten wir uns auch mehr erhofft, als stets gelbe Karten für die Gästemannschaft zu fordern. Nun ja, auch dort scheinen die besten Zeiten lange her…

Mit dem Mut der Verzweiflung wurde das Spiel im zweiten Abschnitt geprägt von langen Bällen Wennigsens, um Wettbergens Hintermannschaft zu überlisten und einer sonst defensiv geprägten Spielausrichtung. Seitens Wettbergens, weil die Jungs sich wohl folgendes Zitat vornahmen: „Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss.“ Seitens Wennigsens, weil sie nur noch zu neunt zahlenmäßig seit der 32. Spielminute unterlegen waren. Trotzdem gelang dem Außenseiter vom Deister in der 66. Spielminute der 1:1-Ausgleich durch Denis Zbitnev! Der jubel auf der Bank und bei den gut 15 mitgereisten Wennigsern war entsprechend frenetisch.

Das Laufpensum, insbesondere von Björn Fischer und Denis Zbitnev, war dann gut zwanzig Minuten vor dem Ende erschöpft und beide wurden durch die frischen Kräfte Jakob Peters und Leon Zander ersetzt. Wettbergen rannte fortan immer öfter an, um sich aber im Dickicht des gut gestaffelten Wennigser Verteidigungsringes festzubeißen. Der Gästeanhang hoffte indes auf ein Bestehen des Bollwerkes, als sich über die rechte Außenbahn Fabi Winkler durchsetzen konnte. Mit Tempo und Zug zum Tor verlud er mit einer geschickten Finte TuS-Kapitän Fynn Trowe, sein Schuss mit links konnte aber pariert werden. Im Nachgang wäre vielleicht ein Abspiel auf den mitgelaufenen Leon Zander besser gewesen, nach den Erfahrungen in Goltern, als dies schief ging, war es aber vielleicht auch verständlich, warum er selbst abschloss.

Leider kam es dann in der 78. Spielminute doch noch zum Lucky Punch für die Hausherren, als der Ball von der rechten Seite in den Strafraum gepasst wurde. Wie eine Flipperkugel schoss das Spielgerät von einem zum anderen Schienbein und Wettbergens eingewechselter Vincent Weger hielt zum richtigen Zeitpunkt den Fuß so hin, dass der Ball aus kürzester Distanz an Lutter vorbei ins Netz trudelte. Ein Zuschauer auf der Tribüne bezeichnete den Treffer sinngemäß als „Stokel-Tor“. In den verbleibenden Minuten gelang Wennigsen nicht mehr der Ausgleich und Wettbergen verließ den Platz als Sieger.

Spielerisch war das nicht wirklich ansehnlich, vor allem aber der Unpartiische Thorsten Strang beeinflusste diesen Spielverlauf mit seiner willkürlichen Entscheidungen maßgeblich, sehr zum Ärgernis des TSV Wennigsen. War die eine oder andere gelbe Karte durchaus vertretbar, vor allem auch der Platzverweis für Daniel Fetköther, der mit seinem Kurzauftritt der Mannschaft einen Bärendienst erwies, so war die rote Karte für Freddy Ast eine krasse Fehlentscheidung, wo sonst der Kölner Keller hätte eingreifen müssen. Gibt’s aber nicht, spielen halt nur Kreisliga. Dafür ist bei Spielen des TSV Wennigsen eines so sicher wie das Amen in der Kirche: Es gibt immer einen Elfmeter und einen Platzverweis.

Schon am Mittwoch folgt das nächste wichtige Spiel für den TSV Wennigsen, wenn man um 14.00 Uhr zu Gast beim TSV Gestorf sein wird. Unglücklicherweise dezimierte sich der Kader von selbst, trotzdem soll dies nicht als Ausrede gelten! Am Mittwoch MÜSSEN Punkte für den Klassenerhalt eingefahren werden und wir hoffen am Tag der deutschen Einheit auf zahlreiche Wennigser, die ihre erste Herren beim schweren Auswärtsspiel in Gestorf unterstützen werden.

TuS Wettbergen – TSV Wennigsen     2:1 (1:0)
Zuschauer: 27
Aufstellung: Lutter, Flügel, Zbitnev (76. Zander), Winkler, D. Stein, Fischer (70. Peters), Neumann, Ast, Ehlers, Wegner (22. Fetköther), Reinke.
Tore: 1:0 Ehrentraut (5., Handelfmeter), 1:1 Zbitnev (66.), 2:1 Weger (78.)
Gelbe Karten: Fischer, Stein (beide Foulspiel), Fetköther, Winkler (beide Unsportlichkeit)
Gelb-rote Karte: Fetköther (32., wg. Unsportlichkeit)
Rote Karte: Ast (24., wg. Foulspiel)

 
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